Die Ex-Nukes joinen The Galactic Empire

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„Irgendwie läuft das nicht so wie geplant“, wetterte Alkalja das Hyperfunkterminal an. Er saß jetzt schon ein paar Tage fest in Oimmo in der Region Lonetrek. Endlich im Caldariraum – aber irgendwie war Alkalja trotzdem nicht glücklich. Es hatte lange gedauert die Schiffe durch Placid nach Lonetrek in den letzten verdammten Winkel nach Oimmo zu schaffen. „Hier ist nicht viel los – vielleicht wird das ja noch…“, versuchte es Alkalja noch mal in Richtung Terminal. Er saß schwitzend auf einer Bordkiste an Bord seines Ferox Battlecruisers. Der Crew hatte er Urlaub gegeben. Aber mit Rückrufbereitschaft. Irgendwie hatte er andere er andere Erinnerungen an seine Zeit im Caldariraum. Aber vielleicht lag das auch an etwas ganz anderem? Zuletzt war er mit Katrina Kirellii von den Escorts of Eve, dem weiblichen Captain der Silken Mistress, unterwegs gewesen – hatte eine kurze romantische Episode mit Picnic im Sonnenuntergang auf Caldari Prime gehabt (heute leider noch immer Luminiere IV). Katrina hatte sich einem totalen Guerillakrieg verschrieben den Alkalja nicht vorbehaltlos unterstützen konnte. Aber sie war eine tolle Frau gewesen. So aggressiv - so sinnlich – Caldari-Frauen sind halt doch etwas ganz besonderes. Wieso war es in dieser verdammten Blechbüchse eigentlich so heiß?

„Ich habe eine Corporation gefunden, die interessant für uns ist und ich habe schon erste Gespräche geführt“, kam es aus dem Terminal. DJMike war am anderen Ende der Hyperfunkstrecke nach irgendwo. Er erzählte und erzähle und war ganz begeistert.

„Eigentlich war unsere Idee ja eine neue Corporation zu gründen – aber wenn Du meinst, dass du das, was wir suchen, in einer bereits bestehenden Corp gefunden hast, wieso nicht erste Gespräche führen und sich kennen lernen?“, bestätigte Alkalja, dem es langsam wirklich zu heiß wurde. Er stand auf uns tippte wie wild auf der Kabinensteuerung herum. Irgendwie müsste man hier noch die Temperatur absenken können…

„Wir könnten in einigen Stunden eine erste Konferenz abhalten – sogar bereits mit dem CEO der Corp“, erwiderte DJMike völlig die Tatsache ignorierend, dass Alkalja gar nicht mehr zu sehen war, weil er mit der Klimasteuerung kämpfte. Sie gewann vorerst und Alkalja setzte sich wieder auf die Blechkiste vor dem Terminal.

„Wann?“, bellte er nervös den Bildschirm an.

„Naja, ich hol dich dann dazu“, antwortete der Bildschirm und wurde dunkel.

Einige Stunden später, nachdem Alkalja einen noch an Bord aufgefundenen Servicetechniker gerufen hatte um die Klimasteuerung zu reparieren, begann sein Communicator zu summen.

„Na, wieder cool, Alter?“, tönte es nachdem Alkalja die Freigabe betätigte. „Toll, Annore ist auch wieder da“, dachte sich Alkalja, sagte aber stattdessen: „Soll ich mich über deinen Anruf freuen oder ärgern?“

„Wir haben das Treffen mit Annatar“, kam es ohne Antwort auf die eigentliche Frage zurück.

Das Treffen über Konferenzkanal mit Annatar war ein voller Erfolg. Alkalja und seine Freunde bekamen einen guten Eindruck was passiert, wenn eine Corporation eine richtige Führung und Organisation hat.

„Das hatten wir gesucht. Scheinbar ist „The Galactic Empire“ wirklich was für uns.“, sagte Alkalja nach dem Treffen zu DJMike.

Allerdings stand noch lange nicht fest, ob die Truppe auch genommen wird. Ein zweites Treffen sollte noch folgen. Aber nicht in Oimmo – sondern wir quer durch die Galaxis. Man liess uns wissen, dass man uns in Uanzin abholen könne und wir dort auch unsere Anträge bei der örtlichen Behörde abgeben sollten. Annatar war der CEO von „The Galactic Empire“ und er war Minmatar.

„Das war doch schon mal was – vielleicht kann man mit dem auch mal abends einen trinken gehen. Der kippt dann wenigstens nicht gleich vom Stuhl wie meine lieben kleinen Galltente-Jungs“, dachte sich Alkalja und machte sich bei seiner Crew unbeliebt indem er den Landurlaub für beendet erklärte. Irgendwie war es in der Ferox schon wieder so heiß, hatte Alkaja das Gefühl.


* * *


Endlich in Uanzin angekommen wurden die restlichen Dinge besprochen, Formalitäten erfüllt und Aufnahmeanträge abgestempelt. Das System war ein kleines Pulverfass, und wurde ständig belagert von Piraten der Corporation „Fallschirmjäger“. Es war alles andere als ein sicheres Gebiet. Da ein Transit tief ins 0.0 der Region Detorid bevorstand, trennte sich Alkalja schweren Herzens von dem meisten seiner Schiffe. Die Caracal und die Blackbird wurden verkauft. Die Badger musste auch weg. Schweren Herzens musste Alkalja Abschied von Hrrt nehmen. Der Gallente vertrug zwar nicht so viele Donnergurgler, war aber zuletzt durch das Gatecamp-Abenteuer zu einem guten Freund geworden. Als einziges Schiff bliebt Alkalja seine Ferox, die er zusammen mit seinen Freunden und einem Scout der Galactic Alliance bis nach Detorid bringen wollte.

Der Zeitpunkt des Abflugs kam näher. Die kleine Gang versammelte sich in der Station in Uanzin und ging gemeinsam mit dem Scout die Waypoints durch. Die Strecke war nicht einfach – führte über einen Umweg aufgrund von wahrscheinlichen Gatecamps.

Endlich das Ablegemaneuver. Die Ferox war auf Travel gefittet, hatte Nanos in den Lows und einen MWD in den Meds. Zwei Large Azeotropic Ward Salubry I sorgten für über 7.500 Shield-Einheiten und waren Alkaljas Versicherung falls zwischenzeitlich mal was Böses auftauchen sollte. Booster und Boost-Amplifier, sowie eine ganze Batterie Heavy Missile Launcher mit einer kunterbunten Mischung von Sprengköpfen rundeten das Bild ab. Eigentlich konnte nun nichts mehr schief gehen. Die kleine Gang setzte sich in Bewegung – die Fallschirmjäger hielten still – und die Gruppe ging in den ersten Warptunnel. Der Scout sprang, gab grünes Licht über den verschlüsselten Gang-Channel und die Gang sprang hinterher. Alkalja geriet wieder ins Schwitzen. Diese Hitze war fürchterlich. Wieder kam das Kommando „Ausrichten“, wieder öffnete sich ein Warptunnel vor der Gang – aber nicht vor Alkalja…

Mit einem nerverzerreissenden Kreischen brannte sich die synaptische Rückkopplung ihren Weg durch Alkaljas Nervenbahnen! Der Pod war abgekoppelt worden! Alkalja war blind und taub, sämtliche Kommunikationskanäle wurden in Sekundenbruchteilen abgeworfen, die Ferox handelte so, wie die Sicherheitsprotokolle es für ein führungsloses Kampfschiff vorschreiben: Sie öffnete einen Warptunnel ins Nirgendwo und suchte Schutz einige Tausend KM entfernt vom Unglücksort in der irren Hoffnung dieses Unglück länger als nur wenige Sekunden zu überleben...

Währenddessen lief in Alkaljas Pod ein Notfallprogramm ab: Der Pod öffnete eine Bodenluke und liess schlagartig das gesamte Fluid ab. Prallkissen explodierten wie Airbags innerhalb des Pods und hielten Alkalja in der Schwebe. Alkalja musste sich übergeben und wurde so auch das letzte Fluid aus dem Körperinneren los. Der Pod war defekt!

Das Überleben des Pod-Piloten ist nicht mehr gewährleistet wenn der Pod selber die Fehlfunktion aufweist. In einem solchen Fall wird auch kein Bewusstseinstransfer mehr durchgeführt, weil nicht mehr sicher ist, ob dieser komplett durchgeführt werden kann. Auch diese Tatsache haben die Pod-Forscher leider auf die böse Art lernen müssen. Noch heute gibt es einige Opfer in geschlossenen Anstalten: Es ist nicht gut, wenn ein Bewusstsein zu irgendeinem Prozentsatz nur unvollständig übertragen wird. Beim „Abgreifen“ des Bewusstseins wird der Klon regulär getötet – wenn diese Regel nicht mehr zutrifft wird es unangenehm. Die Konsequenzen sind teilweise unappetitlich. Alkaljas Pod hatte also eine Fehlfunktion. Er hatte es jedoch überlebt – bisher jedenfalls. Alkalja war absolut ruhig – in einer solchen Situation durfte man sich keine Fehler erlauben. Er wand sich im Pod und erreichte das Kontrollelement um die Fangkissen abzuschalten. Die Kissen verloren die Spannung und Alkalja konnte sich wieder bewegen. Er verließ den Pod und war mit einem Sprung an dem Kommandopult, welches die Raumschiffentwickler in weiser Voraussicht für Fehlfunktionen im Podraum als Reserve eingebaut hatten. Das Schiff war unbeschädigt. Keine Hüllenbrüche, die Panzerung war bei 100%, die Schilde auch. Alkalja rief Ronto Tia den 1. Offizier seiner Besatzung. Das verschwitzte Gesicht des jungen Caldari auf dem Bildschirm war der Panik nah. Scheinbar wusste er auch nicht was passiert war. In kurzen, aber überlegten Sätzen erstattete Ronto, der junge 1. Offizier, Bericht über die Ereignisse der letzten Minuten. Die Ferox war in relativer Sicherheit, die Schiffssystem liefen, jetzt musste Alkalja an die Gang denken. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt brachte er sie nur alle in Gefahr. Er setzte einen Funkspruch ab, der sie zum Weiterfliegen aufforderte. Alkalja blieb vorerst in 7Q-8Z2. Er gab seiner Crew das Kommando einen Safespot zwischen Monden einzurichten und dort bis auf weitere Kommandos zu bleiben. Dann wendete Alkalja sich seinem Pod zu – der vermeintlichen Quelle dieses Schlamassels.

Im Podraum waren mittlerweile nahe zu 50 Grad Celsius und die Kontrollsysteme des Pods zeigten diverse Ausfälle. Bei näherer Untersuchung musste Alkalja allerdings feststellen, dass die Hitze nicht durch die Ausfälle kam, sondern die Ausfälle aufgrund der enormen Hitze im Podraum. Er stellte einen Audiokontakt zu Ronto Tia her:

„Sind irgendwelche Probleme mit Klimasteuerung oder Kühlungssystem aufgetreten?“

„Hm, Ja, Sir. Sind aufgetreten, Sir. Wir haben die Klimasteuerung abgeschaltet, weil ich es als Luxus empfand, Sir. Wir können das problemlos in DG-8VJ reparieren lassen, Sir“, tönte die etwas verunsicherte Stimme des 1. Offiziers aus dem Armbandkommunikator.

Alkalja klatschte sich mit der flachen Hand vor die Stirn dass das restliche Fluid quer durch den Raum spritzte.

„Sie hätten uns alle mit dieser Fehleinschätzung beinahe umgebracht“ erklärte er dem jungen Caldari mit gefährlicher Ruhe. „Sehen Sie zu dass Sie herausfinden wo der Fehler liegt – wenn ich woanders aus dem Pod gefallen wäre, würden wir dieses Gespräch hier möglicherweise gar nicht mehr führen können“

„Ja, Sir, Sofort, Sir.“, bemühte sich Ronto schnell zu erwidern.

Der noch immer vor Fluid triefende Alkalja beendete die Verbindung. Das wäre der Weg nach DG-8VJ, nach Detorid gewesen. Nun fiel das vorerst aus. Zuerst musste das Hitzeproblem gelöst werden. Mit einem so großen Raumschiff wie der Ferox, deren Pod zusätzlich jederzeit aufgrund von Hitzeproblemen ausfallen kann, wollte auch Alkalja keine 38 Sprünge durch unbekanntes 0.0 Gebiet wagen.


* * *


Es war ruhig auf der Station des Galactic Empire in DG-8VJ. Alkalja war nun seit 2 Tagen hier. Leider ohne seine Ferox. Er wollte die Ferox mit Ronto und der restlichen Besatzung, sowie der wertvollen Fracht an Bord nicht riskieren. Zwar waren die Hitzeprobleme dank Rontos beispielhaftem Einsatz mittlerweile gelöst und der Pod war wieder sicher, doch war es Alkalja trotzdem sicherer mit einer kleinen Heron Fregatte, natürlich mit MWD, allein zu fliegen. Ein 38-Sprünge-Flug durch unbekanntes 0.0 Gebiet ohne exakte Navigationsdaten ist gefährlich. Eine Fregatte ist glücklicherweise so klein und einfach zu steuern, dass ein Podpilot diese Schiffsklasse allein – nur mit seinem Pod – steuern kann. Es gab auch schon ein erstes Wiedersehen mit Annore, DJMike und Nozon. Aber Alkalja hat bereits viele andere Podpiloten der Galactic Alliance getroffen. Es schien ein netter Haufen zu sein. Man stellte ihm sogar eine Caracal mit den wichtigsten Fittings zur Verfügung – die Heron war im 0.0 kaum als Damage-Dealer anzusehen. Der Großteil der Corporation steckte in Fleet Operations der Allianz Lotka Volterra und Alkalja fehlten noch jede Menge Informationen. Leider gab es kaum jemanden zum Fragen – aufgrund der aktuellen Fleet Op.

Der Caldari saß am Fenster der Spacebar und blickte hinaus. Ab und zu sah er ein Schiff der Allianz vorbeiziehen – ablegen oder anlegen. Er winkte dem Servo zu und bekam einen weiteren Donnergurgler serviert. Im Hintergrund spielte irgendeine Musik. Es war nicht mehr zu erkennen zu welcher Kultur diese Melodie einmal gehörte. Die Luft in der Spacebar war abgestanden und stickig. Das Licht war fahl und es waren kaum Gäste anwesend. Alkalja sah zum Barkeeper hinüber und dachte dass dies vielleicht ein zukünftiger Freund wird – wie bisher viele Barkeeper in seinem Leben. Aber jetzt hatte er nicht einmal dazu Lust. Der Caldari Civire war müde. Das zuletzt erlebte hat tiefere Wunden hinterlassen als er anfangs gedacht hätte. Alkalja war urlaubsreif. Caldari Prime war zu weit. Katrina Kirellii war vielleicht noch dort – aber wer kann das schon wissen? Aber in DG-8VJ gab es ja auch Planeten – wenn der 4. Planet, den Alkalja vom Fenster aus sehen kann, nicht nur 8 Monde sondern auch auf der Oberfläche was zu bieten hat – dann war das vielleicht eine Reise wert.

„Vielleicht schmeiß ich mir einfach ein paar Kisten Cronworlder Birra in ein Shuttle und verdufte für zwei Wochen auf die Oberfläche – mal so richtig ausspannen. Ist zwar kein Eisplanet da unten – aber ich werd für die Kisten irgendeine Kühlung finden…“ Der Servo brummte neben Alkalja und riss ihn aus den schwermütigen Gedanken. Alkalja vollführte eine einladende Handbewegung und erhielt prompt den nächsten Donnergurgler. Der Barkeeper sah zu ihm hinüber und Alkalja hob das Glas, lächelte und kippte die Flüssigkeit den Rachen hinunter. Der Barkeeper grinste.

„Das wird bestimmt mein Freund“, dachte sich Alkalja.

Am nächsten Morgen: Die Urlaubsvorbereitungen waren schnell getan – das Wichtigste war dieses große Paket Kopfschmerztabletten. Diese Donnergurgler hier waren wohl noch etwas stärker wie vom Empire her gewohnt. Er wollte mit leichtem Gepäck fliegen, aber schließlich wusste er noch nicht, was ihn auf der Oberfläche erwartete. „Vielleicht wird es ja ein Abenteuerurlaub? Oder ein Badeurlaub? Oder ein Winterurlaub? Lebt da unten eigentlich was oder jemand?“

Auf die Stationsdatenbank hatte er aus Sicherheitsgründen noch keinen Zugang. Also war DG-8VJ IV eine Überraschung. Aber was sollte schon passieren? Alkalja war schon immer neugierig und liebt es neue Gegenden zu entdecken. Er freute sich auf den Urlaub. Und er liebte Überraschungen – solange diese nicht versuchten ihn umzubringen. Alkalja programmierte eine Abwesenheitsnachricht in seine Kabinen-KI, so dass Nachrichten an ihn entsprechend beantwortet würden.

„Hallo – hier Alkalja. Ich bin bis zum 12.08.108 in Urlaub. Sucht mich nicht. Ich komme von alleine wieder.“

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