Die Entstehung von Annuna Prime

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Velvet Underground

Anfang März im Jahr 8

Die letzten Sonnenstrahlen spiegelten sich in der der ruhigen Wasseroberfläche. Das Funkeln und Glitzern vor dem stahlblauen Horizont sah wunderschön aus. Auf dem nordöstlichen Hügel am Rand der Region und damit recht dicht zur Grenze nach Wasteland, saß ein einzelner Neko auf dem Boden und blickte nachdenklich über das Wasser. Hier in Velvet Underground wurden die Annuna als Gemeinschaft geboren. Hier begann ihre eigentliche Existenz. Jabbas Gedanken gingen noch weiter zurück. Vor Velvet Underground lag eine gute Zeitspanne, die er in der Region Horsa auf dem Mainland verbracht hatte. Davor wiederum lebte er eine Zeitland in Plush Theta und noch viel früher in Epirrita. Dann verschwammen die Erinnerungen. Zu viel Zeit war vergangen.

Die Annuna hatten es endlich geschafft. Es war nur noch eine Frage der Zeit. Annuna Prime würde existieren. Ein Traum wird wahr. Sie alle hatten darauf hin gearbeitet und würden nun bald eine gemeinsame Heimat finden. Für die Gruppe Nekos bedeutete dies sehr, sehr viel...

Jabba erinnerte sich. Auch er wurde nicht als Neko geboren. Katzenohren und –schwanz trug er mittlerweile jedoch voller Stolz. Seine genetische Besonderheit war nicht zu verleugnen. Wie jeder Neko war auch er anfangs überrascht von den plötzlich wirksam werdenden Eigenschaften, die so lange inaktiv in seinen Genen verborgen waren. Er konnte allmählich immer besser in der Dunkelheit sehen, sein Gang hatte sich verändert, seine Bewegungen sind anders geworden. Er hatte eine fast übernatürliche Ausdauer entwickelt. Aber nicht nur körperliche Veränderungen hatten sich vollzogen. Seine Gefühle und Gedanken begannen in anderen Bahnen zu laufen...

Wie eigentlich jeder Neko forschte auch Jabba nach der Ursache für diese Veränderungen. Doch die Wahrheit erfuhr er eher durch Zufall und vor allem durch andere Nekos. Trotz aller Unterschiede war es ein wenig ähnlich wie beim Vampirismus: Menschen wurden durch relativ plötzlich auftretende genetische Veränderungen bzw. die plötzliche Aktivierung von vorher versteckt gebliebenen genetischen Besonderheiten in der DNS zu Nekos. Es war wie ein verkapselter und für viele Jahrzehnte inaktiver Virus. Für die Betroffenen völlig überraschend vollzog sich die Aktivierung und Veränderung. Und ähnlich wie beim Vampirismus begegneten die normalen Menschen den Nekos mit Misstrauen und offener Ablehnung. Die Andersartigkeit machte ihnen Angst. So wurden Nekos oftmals ausgegrenzt – obwohl Nekos ganz im Gegenteil zu Vampiren keine parasitäre Natur haben. Eine eigene Kultur entwickelte sich – Nekos blieben häufig unter sich und halfen sich gegenseitig beim Verständnis und der Verbesserung ihrer besonderen Fähigkeiten. Die ersten Cybernekos entstanden aus dem Wunsch heraus die eigenen Fähigkeiten über die natürlichen Grenzen hinaus noch weiter zu optimieren. Eine Grenze wurde überschritten. Die Verschmelzung von Technologie und Biologie – die Entwicklung der Wetware – war nur eine logische Konsequenz.

In manchen Regionen wurde gnadenlos Jagd auf die Nekos gemacht. Sie wurden als Mutationen angesehen. Diese Situation verband Nekos aus den verschiedenen Stämmen und Gebieten miteinander. Natürlich gab es Konkurrenz, aber die Gemeinsamkeiten waren größer und die gemeinsamen Feinde sehr mächtig.

Während Jabba seinen Gedanken nachging wurde es es allmählich dunkel auf in Velvet Underground. Die Sonne versank am Horizont. Für menschliche Ohren kaum hörbar – für Jabba’s Katzensinne jedoch mehr als deutlich – begann ein leises, sehr tiefes Brummen. Die geheimen Generatoren, die die Annuna endlich fertig gestellt hatten, nahmen nun ihre Arbeit auf. Tief unter Velvet Underground hatte etwas begonnen. Einmal begonnen lief der Prozess nun völlig selbstständig ab. Das langsame Hochfahren der Generatoren war erst der Beginn. Ganz allmählich entstanden riesige mehrdimensionale Kraftfelder und exakt berechnete Wellenfronten. Die Annuna Neko hatten Technologie ihrer Urahnen nutzbar gemacht. Das Wissen darum war in ihrer DNS verborgen. Ein Zufall hatte zur Entdeckung geführt und in ewig scheinender Kleinarbeit hatten sie es entschlüsseln können. Es war ihnen nicht im Detail klar, wie genau diese Technologie funktioniert, aber sie hatten alles genau studiert. Die von den Generatoren erzeugten Felder und Wellen sollten einen definierten Bruch in der Realität erzeugen – aus diesem Effekt sollte in einem gottesähnlichen Schöpfungsakt ihr neuer Zufluchtsort Annuna Prime entstehen – eine Insel in der Virtualität, ein Hafen der Zuflucht für die Annuna Neko, das so lang erwünschte Annuna Neko Land.

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